„Eine vorbildliche Integrationsarbeit“, attestieren Miguel Vicente, Beauftragter der Landesregierung für Integration und Selim Özem, AWO Landeskoordinator für Integrationsfragen, der Stadt Koblenz und ihren Bürgerinnen und Bürgern. Nicht nur die Vernetzung der verschiedenen Organisationen und Gremien funktioniere dank eines eigens hierfür eingesetzten Netzwerkkoordinators reibungslos; sondern vor allem die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit ihrer weltoffenen Art würden zu gelingenden Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen.

Özem, der im Kindergartenalter nach Koblenz kam, erinnert sich, dass seine Integration bereits im Kindergarten begann und nennt den Erwerb der Sprache als wichtige Grundlage für Integration. „Gelingende Integration sei immer auch das Ergebnis gelingender Sozialisation“, so Özem. Dass die soziale Herkunft und Bildung viel mehr über funktionierende Integration entscheiden als kulturelle Hintergründe“, findet auch Moderator Heribert Heinrich, Mitglied im Koblenzer Beirat für Migration und Integration sowie im Rat der Stadt.

Mit dem 1994 in Koblenz erstmals gewählten Ausländerbeirat nahm die politische Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte auf kommunaler Ebene Fahrt auf. Inzwischen dürfen durch die Maastrichter Verträge, EU- Bürger, die mind. drei Monate in Koblenz wohnen, an den Kommunalwahlen teilnehmen. Bürgerinnen und Bürger aus Drittstaaten, die mitunter schon viele Jahre hier leben, bleibt dieses Wahlrecht noch verwehrt. „Hierdurch kommt es bisweilen zu bizarren Realitäten“, erläutert Vicente und lobt im Gegensatz dazu das Betriebsverfassungsgesetz. Hier werde kein Unterschied zwischen den Mitarbeitern in einem Betrieb gemacht. Alle dürfen ihren Betriebsrat mit wählen, gleich welcher Nationalität.

„Wie gerne sich Menschen mit Migrationshintergrund auch konstruktiv politisch beteiligen, konnte man eindrucksvoll am 01. Mai bei der großen Kundgebung des DGB in Koblenz sehen“, bestätigt auch Detlev Pilger, designierter SPD- Wahlkreiskandidat für die Bundestagswahl 2013, der sich freut, dass die Dialog- Runden insgesamt gut angenommen werden. Den Wunsch aus den Reihen der Teilnehmer, noch einmal mehr mit Menschen mit Migrationsgeschichte in Dialog zu treten und nicht nur die „Experten“ zu hören, hat er gerne aufgenommen. Eine weitere Veranstaltung hierzu ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen.