„60 Minuten SPD – im Dialog“: Pfaffendorfer Brücke wird voraussichtlich neu gebaut – Schienenhaltepunkt soll Verkehrsprobleme bei Europabrücke lindern | Wenn ab Sommer 2014 die Vorlandbrücke der B9 in Lützel neu gebaut wird, soll dem Schienenhaltepunkt Mitte bei der Lösung der Verkehrsprobleme eine zentrale Rolle zukommen. Peter Schwarz, Leiter der Abteilung Straßen und Tiefbauamt der Stadt Koblenz hierzu: „Wir planen mit dem Schienenhaltepunkt. Die derzeitige Nutzung zeigt: Die Fahrgastzahlen übertreffen die Erwartungen. Jetzt muss es uns gelingen, ihn noch intensiver in den ÖPNV einzubinden. Dann kann der Schienenhaltepunkt erheblich zur Entlastung der Verkehrssituation und zur Verringerung des Verkehrsaufkommens während und auch nach der Bauphase beitragen.“Diese Aussage hörte David Langner, Vorsitzender der Koblenzer SPD und Gastgeber der Veranstaltungsreihe „60 Minuten SPD – im Dialog“ nur allzu gerne: „Es zeigt sich, dass der Schienenhaltepunkt, ein Projekt, für das sich die Koblenzer SPD immer eingesetzt hat, seinen Zweck mehr als erfüllt. Wir müssen bei täglich 66.000 Einpendlern den ÖPNV weiterhin stärken.“

Peter Schwarz, der seit 2008 die Brücken- und sogenannten Ingenieurbauwerke (z.B. Stützmauern) in Koblenz systematisch erfasst und analysiert hat, stellte im Rahmen der Veranstaltungsreihe „60 Minuten SPD – im Dialog“ seine Aufgabengebiete vor und erklärte, dass erfreulicherweise rund die Hälfte der Koblenzer Brückenbauwerke in einem guten Zustand seien. „Die Kehrseite der Medaille sind aber die anderen 50 %. Die sind zum Teil in sehr kritischem Zustand. Hier besteht ein erheblicher Handlungsbedarf und wir haben mit dem Masterplan Brücken ein Handlungskonzept entwickelt, das die Bedingungen für einen sicheren Weiterbetrieb der Brücken und die planvolle Ertüchtigung, bzw. Erneuerung von Brückenbauwerken beinhaltet.“, erläuterte Schwarz und ging auch auf die Planungen zum Neubau der Pfaffendorfer Brücke ein.

Die 1863 als Eisenbahnbrücke konzipierte und in den 20er Jahren als Autobrücke umgebaute Pfaffendorfer Brücke, so erfahren die Gäste der Veranstaltung, müsse komplett neu gebaut werden. Eine Sanierung koste bei geringer Haltbarkeit fast ähnlich viel wie ein Neubau, sodass die Planungen für den Neubau bereits voll angelaufen seien. Dabei unterstützt das Land die Stadt finanziell. Schwarz ist sich sicher, dass die Brücke allen modernen Anforderungen gerecht werden wird und gibt sich hoffnungsvoll in zwei bis drei Jahren mit dem Bau beginnen zu können. Zur Lösung des Verkehrsproblems – und dabei insbesondere des morgendlichen Berufsverkehrs – plant Schwarz bei diesem Bauprojekt die Einbeziehung der Seilbahn in den ÖPNV. „Wir führen bereits Gespräche mit der Betreibergesellschaft der Seilbahn und dem VRM und überlegen, wie und zu welchen Konditionen eine Einbindung in den ÖPNV gelingen kann.“

Bei der Vielzahl der Brücken blieb David Langner nur noch den weiteren Ausbau des Fuß- und Radweges auf der Horchheimer Eisenbahnbrücke anzusprechen. Dieser wird sich jedoch noch hinauszögern und wohl erst im Jahr 2017 konkret werden, da die vorgenannten Projekte vorrangig und von grundsätzlicher Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur der Stadt an zwei Flüssen sind.

Außerdem sei „nichts so gut wie ein Provisorium.“, scherzen Schwarz und Langner augenzwinkernd und sind sich dennoch einig, dass der Radweg über die Eisenbahnbrücke einen hohen Stellenwert für die radtouristische Erschließung der Region und für die Menschen der rechten Rheinseite habe und deshalb baldmöglichst realisiert werden sollte.

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