Martin Görlitz zu seiner Motivation und Plänen für die drei historischen Gebäude der Altstadt | Das „Dormonts“ in der Koblenzer Altstadt war überfüllt. So viele Koblenzer wollten den Mann bei „60 Minuten SPD“ persönlich kennenlernen, der fünf der interessantesten Gebäude von der Stadt erworben hat.

„Was motivierte Sie, fünf in die Jahre gekommene, sanierungsbedürftige historische Gebäude zu kaufen, einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren und sich einer solchen Herausforderung zu stellen?“, lautete dann die Eingangsfrage des Koblenzer SPD-Vorsitzenden David Langner an Martin Görlitz. Die Antwort von Görlitz war knapp und bündig und ließ keinen Zweifel daran, dass er weiß, was er will: „Ich bin zwar alt genug, um es besser zu wissen, aber noch jung genug, es noch einmal zu tun!“ Görlitz ergänzte, dass er gerne gestalte und an der Diskussion um Neu- bzw. Umgestaltung der historischen Gebäude in der Altstadt Anteil nehmen wollte. „Ich habe ein fertiges Bild im Kopf, wie dieses Projekt am Ende aussehen soll.“, so Görlitz.

Er setzt dabei auf eine überlegte Planung, ein behutsames Investieren und auf ein Aufbauen mit Bedacht. Erste Entscheidungen sind bereits gefallen, der Architektenauftrag für den Bürresheimer Hof ist erteilt und die planerischen Arbeiten haben bereits begonnen, erfuhren die Teilnehmer von Görlitz. Diesen faszinieren nicht nur die Kellergewölbe, die zurzeit noch schwer zugänglich sind. „Ich bin gespannt, was bei den Erdarbeiten im Keller alles zutage treten wird, immerhin befinden wir uns mitten in der römischen Kernzone von Koblenz“, gibt sich Görlitz gespannt erwartungsvoll.

Nachhaltiges Wirtschaften und Planen sind für Görlitz wichtige Kennzeichen für seine Projekte. Im Dreikönigenhaus wird nach geringfügigen Instandsetzungsarbeiten sofort mit der Nutzung der Räumlichkeiten begonnen. Hier entsteht ein Gründerzentrum für innovative Ideen aus dem ökologischen und sozialen Unternehmertum.

Die Hochschulstadt Koblenz soll auch in der Innenstadt und besonders in der Altstadt erlebbar sein. Die Hochschulen selbst liegen außerhalb des Stadtzentrums. „Ich will studentisches Leben in die Altstadt bringen und einen Ort für Studenten in der Stadt schaffen, wo gearbeitet und entwickelt werden kann.“, erklärt Görlitz. Hierzu stehe er bereits mit den studentischen Organisationen von Uni, FH, WHU und den Hochschulleitungen in Kontakt.

Im Bürresheimer Hof entsteht deshalb ein Tagungshaus mit Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie. Begegnung soll stattfinden, wenn möglich international, denn so entstehen neue Ideen und Entwicklungen.

Für Ende Dezember plant Görlitz eine Veranstaltung vor und im „Alten Kaufhaus“. Unter anderem wird es eine Podiumsdiskussion geben, um seine Pläne einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen „Ich möchte Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten schaffen“, beschreibt Görlitz‘ sein Ansinnen, „und wenn jemand eine gute Idee hat, dann bin ich immer interessiert.“