Klare Sache für Dirk Zimmer: Die Moddersprooch muss erste Fremdsprache für jeden Koblenzer sein. „Schaut nach Köln, da schämt sich keiner, Kölsch zu reden. Hier in Koblenz aber ist die Mundart ja teilweise regelrecht verpönt“, bedauert Zimmer. „Auch in Kowelenz müssen die Leut wieder gern und selbstbewusst ihr Moddersprooch schwätze“, stellte Dirk Zimmer bei der „60 Minuten SPD ? im Dialog“ Veranstaltung im Dormonts daher fest. Mundart stiftet Identität und die braucht Koblenz, um kulturelles und touristisches Aushängeschild an Rhein und Mosel zu werden.

Hierzu leistet Zimmer seit vielen Jahren seinen engagierten Beitrag. Der Vollblutschauspieler, vielen vor allem in seiner Paraderolle als Willi Naumann bekannt, begann seine Karriere 1992 beim Koblenzer Jugendtheater und lernte die Kunst des Improvisationstheaters beim Springmaustheater in Bonn. Von seinem Improvisationstalent konnten sich auch die Besucher im bis auf den letzten Platz gefüllten Dormont’s überzeugen. David Langner, der Vorsitzende des SPD Stadtverbandes und Gastgeber der Dialogrunde, zauberte eine Abiturzeitung aus der Tasche und konfrontierte Zimmer mit seinem damals genannten Berufswunsch. Diesen „Überraschungsangriff“ parierte Dirk Zimmer mit einer gelungen komödiantischen Einlage, bevor dann sehr leidenschaftlich über die Situation der freien kulturellen Szene in Koblenz diskutiert wurde.

„Kultur in Koblenz braucht zunächst mal kein Geld, sie braucht einfach Gelegenheiten, um sich zu entfalten.“, so Dirk Zimmer. Hier wünscht er sich von Verwaltung und Politik mehr Mut, auch neue Wege zu gehen und regt an, bei Entscheidungen, die den kulturellen Bereich betreffen, auch die Kulturschaffenden in Koblenz, die die kulturellen Szene in Koblenz im Wesentlichen tragen und gestalten, aktiver in die Meinungsbildung mit einzubeziehen.

Zimmers größter Wunsch ist es, ein eigenes Theater zu betreiben. Hierzu sucht er noch immer nach einer geeigneten Immobilie. „Es macht einen enormen Unterschied, ob ich für meine Projekte stets eine Bühne anmieten muss, oder ob ich auf eigenen Brettern produzieren kann“, erläutert Zimmer sein Vorhaben.

Er ist sich sicher: Private Veranstalter wollen erfolgreich arbeiten. Das erzeugt Kreativität, und führt zu einem guten Produkt. Ist das Produkt gut, dann braucht man sich um kulturelle Entwicklung keine Sorgen zu machen. Dann bringt Koblenz vielleicht auch mal wieder neben der Rheinischen Philharmonie weiteren überregional bekannte „kulturelle Exportgüter“ hervor.

Zimmer hätte sich gewünscht, dass nach der BUGA einige Weichen zügiger gestellt worden wären. So habe man nun im kulturellen Bereich gleich mehrere Chancen vertan. Als Beispiel nennt er das fantastische SWR 4 Festival im BUGA –Jahr, das auch in diesem Jahr hätte stattfinden können. Von Detlev Pilger, dem designierten SPD- Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl 2013 auf das Potential des Festungsparks angesprochen, brachte Dirk Zimmer alias Willi Naumann auf den Punkt, was er davon hält, dass aus Lärmschutzgründen bislang nur wenige Veranstaltungen auf dem Festungsplateau gemacht werden: „Da haben wir so eine fantastische Location auf der Festung, mit der wir auch Menschen begeistern können, die weiter weg wohnen als Andernach, und wo lotsen wir die Besucher hin? Ins Koblenzer Industriegebiet an den Wallersheimer Kreisel, ja wollte man schon immer mal hin und die Aussicht genießen …“