Seit 225 Jahren wird in Koblenz im einzigen klassizistischen Theater am Rhein durchweg auf der Bühne Heiteres, Tragisches, Klassisches oder Hörenswertes geboten. „Der Kurfürst war ein kluger Mann und hat zur damaligen Zeit auch revolutionäre Stücke auf die Bühne bringen lassen“, erklärte Hubert Scherer den Gästen von „60 Minuten – SPD im Dialog“. Der Vorsitzende des Freundeskreises Stadttheater Koblenz e.V. ist erklärter Kämpfer für eine vielfältige Kultur in Koblenz, nicht nur, aber insbesondere für das Drei- Sparten- Haus am Clemensplatz.

Durch die Moderation des kulturpolitischen Sprechers der SPD- Fraktion, Christian Altmaier, ergab sich ein lebendiges Gespräch, bei dem auch vielfältige Facetten der Theaterarbeit beleuchtet wurden. So sei das Theater Koblenz nicht nur eine Sache der Elite, hochsubventioniert und nur für einen begrenzten Personenkreis. Im Gegenteil, habe das Theater sich unterdessen breit aufgestellt und sei insbesondere in der Jugendarbeit an Schulen vor Ort aktiv, erklärte Scherer. Als 2. Vorsitzender des Koblenzer Jugendtheater unterstrich Altmaier, dass auch die Zusammenarbeit mit dem in der KUFA aufspielenden Jugendtheater funktioniere und die Kooperation in der Spielzeit 2013/2014 bereits Stücke fest vorsieht.

Natürlich gab es widerstreitende Positionen, da auch Sozialpolitiker wie Christiane Heinrich- Lotz oder Bundestagskandidat Detlev Pilger die Kürzungen im Haushalt in allen Bereichen ansprachen. Doch der ehemalige Präsident der Industrie- und Handelskammer und CDU- Ratsmitglied a.D. Hubert Scherer betonte, dass eine vielfältige Kulturlandschaft, mit Theater, Orchester und „freier Szene“ auch für Unternehmen, die sich in Koblenz ansiedeln wollen, von hoher Bedeutung seien. „Nur so bekommen die Unternehmen qualifizierte Arbeitnehmer, die hier Steuern zahlen und so auch die Stadt handlungsfähig machen. Das dient allen Bereichen im städtischen Haushalt.“

Seit 30 Jahren führt Scherer den Freundeskreis uns sammelte über 1.000.000,- Euro für das Theater zusammen, die auf vielfältige Weise dem Theater zu Gute kommen, „wobei wir nicht in das künstlerische Programm des Intendanten hineinreden.“ Über Markus Dietze wusste Scherer nur Gutes zu berichten und zeigte sich erfreut, dass der Intendant nun auf steigende Kartenverkäufe und wieder wachsende Abonnentenzahlen verweisen kann. „Er ist in Koblenz angekommen.“

Auch der Freundeskreis wuchs an diesem Samstagmorgen um weitere Mitglieder. Aufgrund seiner engagierten Fürsprache für die 225 Jahre Theatertradition, traten Detlev Pilger und Gertrud Block spontan in den Verein ein. „Die Ratsmitglieder sind gefordert, trotz der Spardebatte, Kultur in Koblenz lebendig zu halten, denn dies zeichnet die Stadt aus und macht sie unverwechselbar,“ schlossen Scherer und Altmaier.