Mit zwei Besonderheiten startete die Veranstaltungsreihe „60 Minuten – SPD im Dialog“ in das neue Jahr 2019. Zum einen feierte das beliebte und etablierte Veranstaltungsformat seine 85. Ausgabe. Zum anderen war der Gast wie bereits in den Jahren zuvor gesetzt: Mit dem Koblenzer Oberbürgermeister stellte sich in diesem Jahr David Langner erstmals in diesem Amt den Fragen der Genossen und aus dem Publikum. Damit setze er die Tradition seines Amtsvorgängers fort. Seit dem 1. Mai 2018 hält der studierte Politologe und Literaturwissenschaftler den Schlüssel zum Rathaus in Händen, nachdem er die Wahl klar im ersten Wahlgang (42,8 %) und der Stichwahl (69,8 %) für sich entscheiden konnte. Zuvor war Langner Koblenzer Stadtrat, Abgeordneter im Landtag für Koblenz rechtsrheinisch, Vizepräsident der SGD Nord und zuletzt Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie.

Die Schwerpunkte seiner Amtszeit hatte Langner bereits im Wahlkampf in der „Langner-Garantie“ formuliert. Zentral hierbei waren der Ausbau und die Attraktivitätssteigerung des ÖPNV sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Der ÖPNV in Koblenz wird durch die Neuausschreibung der Konzession bis zum Jahr 2020 auf neue Füße gestellt. Gleichzeitig werde hierbei aber von Seiten der Stadt weiter gedacht: Wie wollen und müssen wir uns zukünftig fortbewegen? In diesem Zusammenhang kann ein attraktiver ÖPNV Entlastung schaffen, ebenso wie der Ausbau des Radwegenetzes in Koblenz. Kern eines attraktiven ÖPNV ist neben attraktiven und verbraucherfreundlichen Ticketpreisen auch ein 15-Minuten-Takt. Das „2-Euro-Ticket“ ist Synonym für eine deutliche Senkung der Ticketpreise innerhalb der Stadt. Hierfür werde die Stadt Finanzmittel der neu zu gründenden Verkehrsgesellschaft bereitstellen. Mit einem attraktiven und für alle bezahlbaren ÖPNV ist auch eine Verlagerung von Parkraum vor die Tore der Stadt, um so Besucherströme frühzeitig abzufangen und die Innenstadt zu entlasten grundsätzlich denkbar.

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sieht Langner in einer wachsenden Stadt wie Koblenz klar als Priorität an. Gingen frühere Prognosen und Statistiken noch davon aus, dass Koblenz im Jahr 2020 keine Großstadt mehr sein werde, hat sich dieser Trend erfreulicherweise ins Gegenteil verkehrt: Koblenz wächst. Dennoch bekommen die Schängel die Auswirkungen der früheren Prognosen zu spüren: Es fehlt an (bezahlbaren) Wohnraum. Langner weiß, dass Areale wie die Fritsch-Kaserne oder das Rosenquartier in Lützel eher die Seltenheit sind. Daher gelte es verstärkt zu schauen, wo Nachverdichtungen in bestehenden Wohngebieten verträglich möglich sind.   

Ein weiteres Thema nahm die Entwicklung der Schulen ein. Hier versicherte Langner, dass die Sanierungen konsequent weitergeführt würden und entsprechend Gelder bereits im Haushalt eingestellt worden seien. Auch werde die Ganztagsschuldichte ausgebaut werden. Auch wenn es für die Kulturhauptstadt nicht gereicht hatte, sieht Langner Koblenz kulturell sehr gut aufgestellt. Dies gelte es auch zukünftig stärker herauszustellen. Auch in der BuGa 2029 sieht Langner großes Potenzial auch für Koblenz.