„Der Sport ist eine der schönsten Nebensachen der Welt, begeistert Menschen weltweit, erhält die Gesundheit, verschafft Emotionen und dient der Integration sowie der Völkerverständigung.“

Detlev Pilger

Rede zu verbindlichen, politischen Regeln im Sport (26.03.2015)

Detlev Pilger – Vorsitzender und Sprecher der AG Sport
Im Januar 2018 wurde ich von den Mitgliedern der AG Sport zum Sprecher gewählt. Damit vertrete ich nun die sportpolitischen Positionen der SPD-Fraktion im Sportausschuss. Neben der Förderung des Spitzensports und der Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für die Bekämpfung von Doping und Manipulation, möchte ich in meiner neuen Funktion das Ehrenamt im Sport fördern. Ich freue mich darauf, mit diesem Amt die in 2015 begonnene Arbeit im Sportausschuss fortsetzen zu können.

Meine Aufgaben als Sprecher der AG Sport

  • Dialog mit Sportverbänden, Ehrenamtlichen und anderen Verantwortlichen im Bereich Sport
  • Inhaltliche Vorbereitung der AG-Sitzungen
  • Erarbeitung einer gemeinsamen Fraktionsposition in der AG
  • Vertretung der Fraktionspositionen im Sportausschuss

Meine Ziele in der AG Sport

  • Gemeinsam gegen Diskriminierung – für einen integrativen Sport, der vor Vielfalt nicht zurückschreckt
  • Für eine wirksame und langlebige Förderung des Ehrenamts im Sport
  • Mehr Nachhaltigkeit im Sport – ob in Sportstätten, bei derSportler*innenausrüstung oder bei Großveranstaltungen
  • Keine Macht dem Doping – für eine effektive Bekämpfung krimineller Machenschaften

1. Sport und Wirtschaft
Die Grundrechte eines jeden Menschen sind auch im Sport hochzuhalten. Wo jedoch Sport und wirtschaftliche Interessen zusammentreffen, kommt es vielerorts zu eklatanten Verletzungen der Menschenrechte – Beispiele hierfür finden sich in Katar, wo die Fußball-Weltmeisterschaft unter anderem im Zeichen der höchst eingeschränkten Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Bevölkerung stattfinden wird, oder in den Fabriken in Bangladesch, in denen die Trikots der großen Sponsoren genäht werden, oftmals zu unmenschlichen Bedingungen.

Alle Vertreterinnen und Vertreter von Sport und Wirtschaft müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Der Sport darf nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden.

3. Sportveranstaltungen? Ja, aber bitte nachhaltig!
Höher, schneller, weiter: Wo Sportveranstaltungen zu Großereignissen werden, ist die Frage nach den Folgen für unsere Umwelt nicht weit. Um künftig zu vermeiden, dass Fußballstadien die Umwelt verschmutzen, wie sie es in Brasilien vielerorts getan haben und immer noch tun, ist ein neues Bewusstsein über die Konsequenzen von Sportveranstaltungen unerlässlich.

Mein Statement: Internationale sportpolitische Verantwortung beginnt genau hier. Das Feld des Sports ist und bleibt ein interdisziplinäres – auch deswegen müssen wir im Rahmen verlässlicher politischer Züge und Gesetzgebungen dafür sorgen, dass die Vertreterinnen und Vertreter des Sports ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Ideen zu einer Agenda der Nachhaltigkeit im Sport stellt beispielsweise das Positionspapier „Sport 2020 – Impulsgeber für eine nachhaltige Gesellschaft“ vor: (http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Tourismus_Sport/sport_2020_positionspapier_bf.pdf)

2. Menschen- und Bürgerrechte im Sport
Gegenseitiger Respekt ist im Sport unerlässlich. Um sicherzustellen, dass sich alle Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer nationalen Zugehörigkeit im Sport wohlfühlen, muss ein respektvolles Klima herrschen. Dass dies noch nicht der Fall ist, beweist beispielsweise die mediale Ausschlachtung der Coming-Outs von Sportler*innen – wir sind noch weit davon entfernt, dass Homosexualität auch im Sportumfeld zur Normalität wird.

Um sicherzustellen, dass der Sportbereich nicht dauerhaft von Stereotypen, wie spezifischen Geschlechterrollen oder Vorurteilen bezüglich sexueller Orientierungen gekennzeichnet bleibt, ist eine Menge Aufklärungsarbeit notwendig. Die Enttabuisierung einzelner Themen und die gezielte Arbeit gegen Diskriminierung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der der Sport seinen Beitrag leisten muss.

4. Null Toleranz für Doping.
Doping untergräbt die Prinzipien des fairen Wettstreits über alle Maßen. Weiterhin schadet diese Form des Betrugs dem Ruf des Sports und verläuft oftmals zu Lasten der Gesundheit vieler Sportlerinnen und Sportler. Auch im internationalen Umfeld können wir uns der Thematik nicht entziehen – die Empörung der Bevölkerung über die systematischen Dopingvorfälle einzelner Staaten ist berechtigt und machen deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf herrscht.

Mein Statement: Ich werde mich nach Kräften dafür einsetzen, dass sämtliche Verstöße gegen unser Anti-Doping-Gesetz geahndet werden. Ferner müssen Gesetzeslücken, vor allem im Bereich der Sportmedizin geschlossen werden. Nur so können wir langfristig dafür sorgen, dass der (Spitzen-) Sport in Deutschland sauber bleibt.

Was ist eine AG?
Die Arbeitsgruppen der jeweiligen Fraktionen spiegeln im Regelfall die Ausschüsse wider. In den AGs werden die Positionen der Fraktionen ausgearbeitet, welche dann im Ausschuss debattiert werden. Es werden Führungsvorgaben konkretisiert und korrigiert – die gesetzgeberische Detailarbeit findet hauptsächlich in den Arbeitsgruppen statt.

Was ist ein Ausschuss?
Die Ausschüsse des Deutschen Bundestages leisten die notwendige Vorarbeit, um im Parlament über Gesetzesentwürfe debattieren zu können. In den Ausschüssen, die wie ein kleines Parlament nach Fraktionsstärke aufgebaut sind, werden Gesetzesvorlagen inhaltlich beraten und so beraten, dass im Plenum ein Beschluss stattfinden kann.

Mein sportpolitischer Werdegang
Seit Januar 2014 bin ich ordentliches Mitglied des Sportausschusses im Deutschen Bundestag. Im September 2014 trat ich dann mein Amt als stellvertretender Arbeitsgruppensprecher der SPD-Fraktion an. Mit meiner Wahl zum Sprecher der Arbeitsgruppe Sport im Januar 2018 übernehme ich nun erstmals ein Sprecheramt. Ich fühle mich geehrt, die Positionen meiner Fraktion künftig im Sportausschuss vertreten zu dürfen und freue mich auf viele neue Herausforderungen.

Der Sport und ich
Nicht nur meine Erfahrungen aus der Zeit als stellvertretender Arbeitsgruppensprecher qualifizieren mich für meine neue Aufgabe. Auch meine persönliche Verbindung zum Sport kommt in meinem neuen Amt zum Tragen: Bereits seit meiner Jugend bin ich ein begeisterter Fußballspieler, darüber hinaus habe ich mich im Sport schon immer engagiert. Ich weiß um das integrative Potential des Sports und habe mich auch in meiner Zeit als Lehrer viel mit dieser Thematik auseinandergesetzt.
Noch immer habe ich selbst viel Spaß auf dem Spielfeld – was ich unter anderem in der bundestagsinternen Fußballmannschaft, dem FC Bundestag, unter Beweis stelle.

„Der Sport trägt beispielhaft zur Integration von Menschen bei, unabhängig von ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrem sozialen Status, und muss alle erdenkliche Unterstützung hierfür erhalten.“

Detlev Pilger

13. Sportbericht der Bundesregierung (06.02.2015)

„Jene, die sich ehrenamtlich engagieren, leisten einen ungeheuren volkswirtschaftlichen Beitrag und tragen maßgeblich zum Gelingen des gesellschaftlichen Miteinanders bei.“ Detlev Pilger

13. Sportbericht der Bundesregierung (06.02.2015)

Quellenangaben:
Die Arbeitsgruppen im Bundestag: http://www.bpb.de/izpb/8389/der-deutsche-bundestag-und-seine-akteure?p=all
Die Ausschüsse im Bundestag:  https://www.bundestag.de/service/glossar/glossar/A/ausschuesse/245346

Weitere Informationen:
Informationen zum Sportausschuss: https://www.bundestag.de/sport

Informationen zu allen Ausschüssen: https://www.bundestag.de/ausschuesse