Zu diesem Thema lud der Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger (SPD) vergangenen Freitag zu einer Diskussionsveranstaltung in das Haus der Begegnung an der Liebfrauenkirche. Zusammen mit dem tourismuspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Fredi Winter und dem Bundestagsabgeordneten Marcus Held (Mitglied im Ausschuss für Energie und Wirtschaft) diskutierten zahlreich erschienene Interessierte – darunter viele Vertreter der Tourismusbranche – zu Fragen rund um die Tourismuswirtschaft.

Held berichtete von 2,9 Millionen Erwerbstätigen in der Tourismusbranche als direkten Effekt der rasant gestiegenen Übernachtungszahlen. Gefragtestes Reiseziel ist weiterhin Berlin, jedoch hat der Tagestourismus in Rheinland-Pfalz deutlich zugenommen. Daher sieht Held in der konsequenten Ausrichtung auf die touristischen Kernkompetenzen im Land – Wandern, Rad, Wein und Gesundheit – eine Weiterentwicklung des Tourismussektors im Rheintal.

Mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 7,5 Milliarden Euro und mehr als 190.000 Beschäftigten zählt der Tourismusbereich Rheinland-Pfalz zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen des Landes. Tourismuspolitische Initiativen, wie die Einrichtung des Rheinsteig-Wanderweges oder die Befugnis zur Erhebung von Tourismusbeiträgen durch das Kommunalabgabengesetz, tragen dabei nach Winter zur Verbesserung der Rahmenbedingungen am Tourismusstandort Rheinland-Pfalz bei. Held verwies auf die Notwendigkeit der stärkeren Vernetzung der touristischen Akteure, um die Beliebtheit von Rheinland-Pfalz als Reiseziel zu steigern.

Einig waren sich alle Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung, dass der Bahnlärm im Mittelrheintal die Tourismuswirtschaft gefährdet. Detlev Pilger informierte als Gründungsmitglied der parteiübergreifenden „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ über Lösungsansätze für ein leiseres Mittelrheintal wie der bereits eingeführten lärmabhängigen Trassenpreise und die vollständige Nachrüstung aller Güterwaggons mit Flüsterbremsen bis spätestens zum Jahr 2020.

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Weitere Themen waren die Bundesgartenschau im Mittelrheintal 2031 und die Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte, um künftig das Potenzial des Unesco-Welterbetals mit der weltweit höchsten Burgendichte voll ausschöpfen zu können. Pilger erinnerte an die stetig wachsenden Besucherzahlen in Koblenz seit der Buga 2011 und den hiernach getätigten Investitionen. Die Umgestaltung des Zentralplatzes mit der Errichtung von Kulturbau und Forum Mittelrhein habe die touristische Attraktivität durch die Kombination von Kultur, Tourismus und Einzelhandel nachhaltig gesteigert. Gerade wegen der am Beispiel von Koblenz gezeigten städtebaulichen Entwicklungschancen durch eine Gartenschau, warb Fredi Winter auch um die Unterstützung der Stadt Neuwied bei der Bewerbung um die Durchführung der Landesgartenschau im Jahr 2018.

Die Diskussionsveranstaltung zeigte insgesamt das große Interesse aller touristischen Akteure an einer stetigen Verbesserung der Qualität des Tourismusangebots und gab wichtige Impulse zur Erfüllung touristischer Ziele in Rheinland-Pfalz.