Ulrike Mohrs zu Gast bei 60 Minuten SPD | Niedrige Arbeitslosenquote, mehr offene Ausbildungsplätze als Ausbildungsplatzsuchende – das sind nur zwei Aspekte in Bezug auf den Arbeitsmarkt in Koblenz und der Region, die in der 40. Ausgabe der Veranstaltungsreihe „60 Minuten – SPD im Dialog“ erörtert wurden. 

Gemeinsam begrüßten David Langner, Staatssekretär und Koblenzer SPD-Vorsitzender und MdB Detlev Pilger im Restaurant Dormonts wieder viele interessierte Gäste. Zum Jubiläum konnte als Gast die Leiterin der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen, Ulrike Mohrs, gewonnen werden. Mohrs berichtete nicht nur aus dem Arbeits- und Aufgabenalltag der Behörde, sondern stand während und nach der Veranstaltung den zahlreichen Fragen der Gäste Rede und Antwort. Vor allem hatte Mohrs eine gute Botschaft: Koblenz und der Landkreis können auf eine gute Beschäftigungsquote, bzw. auf eine geringe Arbeitslosenquote blicken. Für Koblenz lag die Quote im Monat März bei 7,3 Prozent und weist für Koblenz in eine positive Richtung. Gerade im städtischen Bereich seien leichte Schwankungen normal, wie Mohrs betonte. Für die Monate April und Mai wagte Mohrs dann auch eine positive Prognose bezüglich eines erneuten Rückgangs. Dies gründete sie vor allem auf der Tatsache, dass für das Gebiet ihrer Arbeitsagentur rund 3.500 offene Stellen gemeldet seien – ein Zugang von rund 1.200 Stellen alleine im Monat März. Mohrs betonte, dass die Stadt Koblenz aufgrund ihres Branchenmixes vergleichsweise gut aus der Krise hervorgegangen sei – anders als eine eher industriell geprägte Stadt. Langner, der als Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Arbeitsministerium ebenfalls eng mit dem Thema befasst ist, ergänzte, dass es noch nie so viele sozialversicherungspflichtige Jobs in Rheinland-Pfalz gegeben hätte wie gegenwärtig. Das sei auch ein klares Indiz dafür, dass die Arbeitsmarktpolitik der rot-grünen Landesregierung richtig und zielgerichtet sei, merkte Langner an.
Gefragt nach möglichen Auswirkungen durch die Einführung des Mindestlohns antwortete Ulrike Mohrs, dass hierbei keinerlei negative Auswirkungen zu beobachten gewesen seien. Sie gehe auch für die Zukunft nicht davon aus, dass es durch den Mindestlohn zu Jobverlusten oder ähnlichen negativen Auswirkungen auf dem Beschäftigungsmarkt kommen werde.
Auch für Jugendliche auf dem Sprung ins Arbeitsleben hatte Mohrs eine gute Botschaft: Rein rechnerisch kämen aktuell auf einen Ausbildungsplatzsuchenden 1,22 Ausbildungsstellen bei insgesamt rund 3.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen und rund 2.600 Ausbildungsplatzsuchenden. Hier riet Mohrs, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, was man nach der Schule für einen beruflichen Werdegang einschlagen wolle und verwies auf die unterschiedlichen Angebote der Arbeitsagentur auf dem Gebiet der Berufsberatung. So biete die Agentur speziell in der Klasse 9 Berufsorientierung und Sprechzeiten in Schulen an und auch die Angebote in der Agentur selber seien neu auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtet worden. Aber auch auf Eltern würde an dieser für Jugendlichen entscheidenden Weggabelung ihres Lebens eine besondere Rolle zukommen. Sie müssten als Berufswahlhelfer aktiv ihre Kinder auf das Berufsleben und den neuen Abschnitt vorbereiten. Auch hier sehe die Landesregierung einen Schwerpunkt ihrer Arbeit, ergänzte Langner: „Am Ovalen Tisch hat die Ministerpräsidentin gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaft so wie der Agentur für Arbeit eine Fachkräftestrategie entwickelt, die einen Schwerpunkt im Übergang von Schule ins Berufsleben sieht. Wir brauchen gut ausgebildete Menschen auf dem Arbeitsmarkt, um den Bedarf an Fachkräften auch in Zukunft zu decken.“

Foto v.l.n.r.: Ratsmitglied Hermann-Josef Schmidt, MdB Detlev Pilger, Ratsmitglied Ute Hentschel, Ulrike Mohrs, SPD-Vorstandsmitglied Gertrud Block, Margit Theis-Scholz, SPD-Vorsitzender David Langner