Detlev Pilger, Bundestagskandidat der Koblenzer SPD, freute sich über das große Interesse von Eltern, Lehrern und Vertretern verschiedener Schulelternbeiräten an der SPD-Veranstaltung „60 Minuten SPD – im Dialog“ und begrüßte den Koblenzer Jugendbuchautor Jörg Schmitt-Kilian mit den Worten „er ist einer vom Fach, weiß genau, wo der Schuh drückt“.Aus dessen Feder stammt unter anderem der Spiegel-Bestseller „Vom Junkie bis zum Ironman“, der mit Uwe Ochsenknecht verfilmt wurde. Berufliche Arbeitsschwerpunkte Schmitt-Kilians sind zurzeit unter anderem Projekte und Seminare zur Sucht- und Gewaltprävention sowie die Beratung von schulischen Kriseninterventionsteams.

Der Autor warf zunächst einen Blick hinter die Kulissen jugendlicher Gefühlswelten, verdeutlichte das Spannungsfeld zwischen Opfern und Tätern in Mobbingsituationen und beschrieb methodische Schritte aus seinem Praxishandbuch ICH MACH EUCH FERTIG. Er zeigte Strategien auf, wie Eltern und Lehrer einen Zugang zu jungen Menschen finden und wie wir junge Menschen ermutigen können, sich von den Tätern zu distanzieren und dem Opfer zu helfen.

Schmitt-Kilian sieht sich aus den Rückmeldungen der Teilnehmer darin bestätigt, dass er mit seiner These richtig liegt, dass junge Menschen in Schulen und sozialen Netzwerken immer häufiger zu Mobbing-Opfern werden und gleichzeitig Elternhaus und Lehrkräfte dem Ganzen oft ahnungs- und hilflos gegenüber stehen, weil viele Bezugspersonen nicht wissen, was in sozialen Netzwerken geschieht.

Schmitt-Kilian ist über die zentrale Frage “ Was hat sich in der Gesellschaft geändert, dass die Schüler aber auch die Eltern diese Probleme haben?“ zu der Überzeugung gelangt, dass viele Jugendliche gerade in der Pubertät und besonders in schwierigen Phasen sich oft nicht oder meistens erst sehr spät erwachsenen Bezugspersonen anvertrauen, wenn sie gemobbt werden.

Kilian im Dialog (1)Fehlen Werte, Rückhalt und Orientierung, suchen Jugendliche sich diese leider oft über Suchtmittel und leben ihren Frust durch Gewalttätigkeit aus. Dabei geht es auch um körperliche Gewalt, aber mehr und mehr um Mobbing in sozialen Netzwerken.

„Die sozialen Netzwerke, wie zum Beispiel Facebook beeinflussen nicht unerheblich die Lebenswelt unserer Kinder“, weiß auch Detlev Pilger, der selbst als Lehrer an einer berufsbildenden Schule tätig ist. „Eltern und Lehrkräfte nutzen diese Netzwerke oft selbst nicht, kennen sich damit nicht aus und haben keine Vorstellungen von deren Möglichkeiten, im Guten wie im Schlechten.