Zum ersten Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen 2013 eine grüne Festrednerin eingeladen: Margit Gottstein, Staatssekretärin im Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen sprach unter der Überschrift „Neue Wege – gleiche Chancen“ über den Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und die gleichstellungspolitischen Ziele der Landesregierung von Rheinland-Pfalz.

Es verwundere kaum – so Gottstein -, dass der von ihr selbst in Auftrag gegebene Gleichstellungsbericht von der Bundesregierung kaum erwähnt wird – kommen die beauftragten Wissenschaftler doch zu keinem guten Urteil über die Frauenpolitik der schwarz-gelben Koalition: Zu widersprüchlich seien die verfolgten Ziele und Anreize, und es fehle ein einheitliches Leitbild. Der Ausbau der Krippenbetreuung fördere die Lebensunterhalt sicherstellende Berufstätigkeit von Frauen, die z.B. auch im neuen Scheidungsrecht gefordert werde, aber das Betreuungsgeld, die Steuerklassen III und V und die 450-Euro-Jobs schafften Anreize in die andere Richtung. Die Landesregierung werde nicht nachlassen, über den Bundesrat Änderungen an diesem falschen System zu fordern. An den fesselnden Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion der anwesenden Vertreterinnen der unterschiedlichen Initiativen und Vereine an. Bei der ASF hat es Tradition, dass nicht nur Sozialdemokratinnen, sondern eine breite Palette haupt- und ehrenamtlich aktiver Frauen beim Neujahrsempfang ihre Erfahrungen austauschen.

Neujahrsempfang_AsF

Bundestagskandidat Detlef Pilger (li), Staatssekretärin Margit Gottstein (3.von re) und der Vorstand der ASF Koblenz

Abschließend wünschten die Frauen einem der wenigen anwesenden Männer viel Erfolg im Jahr 2013: dem Bundestagskandidaten der SPD im Wahlkreis Koblenz, Detlef Pilger. Er rief zu einem aktiven und geschlossenen Wahlkampf auf, damit sich an der Gleichstellungspolitik der Bundesregierung etwas ändere.