Der öffentliche Personennahverkehr in und um Koblenz sorgte einmal mehr für lebhafte Diskussionen – diesmal bei der Veranstaltung „60 Minuten SPD – im Dialog“ im Gasthaus Dormonts , die unter der Fragestellung stand: „Reicht das Busangebot in Koblenz?“ Zahlreiche Zuhörer nutzen dabei die Gelegenheit zu einem intensiven und sachlichen Frage- und Antwortspiel mit Jürgen Czielinksi, Geschäftsführer der EVM Verkehrs GmbH. Dabei präsentierte Czielinski die EVM als Dienstleister mit ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Vorsitzenden der Koblenzer SPD, David Langner, sowie dem Koblenzer Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger.
Mit einigen Eckdaten und einem wirtschaftlichen Rückblick auf das „sehr spannende Jahr 2014“ hatte Jürgen Czielinkski die Fragestunde eröffnet. Die EVM mit ihren rund 80 Bussen sei ein „Massenverkehrsmittel“, das wirtschaftlich fahren müsse. Dabei könnten die Interessen einzelner Fahrgäste nicht alle berücksichtigt werden.
Vor allem über die weiblichen Fahrerinnen gebe es häufig positive Rückmeldungen berichtet Czielinkski. Die Frage aus dem Publikum, ob das Personal bezüglich Serviceleistungen und Freundlichkeit gegenüber den Fahrgästen besonders geschult werde, bejahte der Geschäftsführer. Die Zuhörer machten aber deutlich, dass es „da noch Luft nach oben gebe“.

Im Zusammenhang mit der Pünktlichkeit, der Fahrgastinformation an den Haltestellen und der Erfassung der Echtzeitdaten meinte Czielinski, der „Albtraum jedes Busfahrers ist die Verfrühung“. Die Fahrgäste hätten eher Verständnis für Verspätungen, die durch die Verkehrssituation entstünden.
Probleme wie das Blockieren der Busspuren durch andere Fahrzeuge, Fahrten zu abendlichen Veranstaltungen z.B. in der CONLOG ARENA, individuelle schlechte Erfahrungen mit den Erfassungsgeräten in den Bussen sowie Klagen über die Verkehrsanbindung der rechten Rheinseite kamen ebenfalls zur Sprache. Auch aus Studentenkreisen kamen Wünsche bezüglich der Semestertickets.

Zur Frage Schülerbeförderung erläuterte der Geschäftsführer: „Wir machen hier einen Stadtverkehr, die Mehrheit der Fahrgäste (70 %) sind nicht Schüler, deshalb gibt es auch keine reinen Schulbusse.“ Es führen aber Einsatzwagen morgens und nach Schulschluss, um die wichtigsten Hauptverkehrsverbindungen zu entlasten. Insgesamt sei sein Eindruck, dass das „vernünftig läuft in Koblenz“. Zum Abschluss der Veranstaltung äußerte der EVM-Geschäftsführer seine Wünsche an das Land und die Stadt: „Es wäre schön, wenn die Verkehrsunternehmen eine Busförderung bekommen würden.“ Und: „Der Nahverkehrsplan wird von der Stadt überarbeitet, dort muss entschieden werden, welches Angebot die Stadt den Menschen bieten will und was sie dafür verausgaben will.“
SPD-Chef Langner resümierte in seinem Schlusswort: „In diesem Thema stecken viele Emotionen. Die SPD wird weiter daran arbeiten, dass die Rahmenbedingungen für den ÖPNV noch besser werden.“

Bild (v.l.n.r.):
David Langner, Gertrud Block, Jürgen Czielinski, Dr. Margit Theis-Scholz, Detlev Pilger (MdB) , Gerhard Lehmkühler