Die bürokratischen Hürden, die entstanden sind, wenn Kinder aus Flüchtlingsgebieten in Deutschland in Vereinen Fußball spielen wollen, müssen dringend abgebaut werden. Es wurde nun bekannt, dass der Deutsche Fußball Bund Flüchtlingskindern, die sich ohne ihre Eltern in Deutschland aufhalten, aufgrund der fehlenden Zustimmung, die Ausstellung von Spielerpässen verweigert hat. Auslöser für die strenge Verfahrensweise ist, dass Kinder vor frühzeitigen Transfers geschützt werden sollen. Dazu hatte es ein Urteil gegen den FC Barcelona gegeben, der Transfers und vertragliche Verpflichtungen mit Minderjährigen eingegangen war, ohne vorher die Zustimmung der Erziehungsberechtigten einzuholen. Diese Regelung ist selbstverständlich zu unterstützen, da Kinder hier zu früh aus ihrem familiären und kulturellen Umfeld herausgerissen werden.

Sonderreglungen könnten jedoch für Flüchtlingskindern geschaffen werden, damit Vertreter des Jugendamtes stellvertretend für die Eltern, die entsprechenden Formulare unterzeichnen können.

Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger: „Ich habe viele Jahre ehrenamtlich Jugendmannschaften trainiert und konnte erfahren, wie hervorragend die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gerade im Sport funktioniert. Diese tolle Möglichkeit dürfen wir insbesondere Flüchtlingskindern, die es ohnehin unbeschreiblich schwer haben, nicht verbauen.“

Um für eine schnelle Lösung zu werben, hat der Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger bereits Kontakt zum DFB aufgenommen. Es gibt erste gute Ergebnisse. Noch in dieser Woche möchte der DFB einen Lösungsvorschlag zur Ausstellung von Spielerpässen an Flüchtlingskindern deren Eltern sie nicht begleiten, vorstellen.