Am Ende waren es ganze 98,8 Prozent, mit denen die knapp 90 Delegierten der SPD Koblenz, SPD Rhein-Lahn und der SPD Mayen-Koblenz den amtierenden Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger in die kommende Bundestagswahl im nächsten Jahr schickten. Die Delegierten feierten das Ergebnis und Detlev Pilger, der sich für das Vertrauen bedankte, mit minutenlangen Standing-Ovations.

Der 61-Jährige vertritt den Wahlkreis 199 (vormals 200) seit der Bundestagswahl 2013 nach bester sozialdemokratischer Manier, wie es die Redner der Grußworte herausstellten. Der Anspruch, den Pilger und die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten an diesem Vormittag formulierten, war eindeutig: 2017 wird der Wahlkreis mit Pilger direkt gewonnen.

Dass dies gelingen kann, machte der Blick der Redner auf Pilgers bisheriges Wirken als bundes- und kommunalpolitischer Kümmerer für Koblenz und die Region schnell deutlich. Denn in all den Jahren und unterschiedlichen politischen Funktionen sei Pilger dabei immer bodenständig, bürgernah und heimatverbunden geblieben, wie es Oberbürgermeister Prof. Joachim Hofmann-Göttig in seinem Grußwort herausstellte. Mit dazu beigetragen habe sicherlich auch die Tatsache, dass Pilger neben seinem Bundestagsmandat Mitglied im Koblenzer Stadtrat geblieben sei und trotz der zeitlichen Auslastung an so vielen Sitzungen wie möglich teilnehme.

Die großen Themen seien in den vergangenen Jahren neben dem Engagement in Bezug auf die Reduzierung des Bahnlärms in der Region, der Erhaltung des Wasser- und Schifffahrtsamtes oder der Bundeswehrstandorte Lahnstein und Koblenz gewesen, wie Mike Weiland, Vorsitzender der SPD Rhein-Lahn hervorhob. Pilger ist in Berlin Mitbegründer einer parteiübergreifenden Parlamentariergruppe zu diesem Thema. Zuvor hatte Marc Ruland, Vorsitzender der SPD Mayen-Koblenz, die Bedeutung der Bundestagswahl im kommenden Jahr als Zeichen und Ausdruck demokratischen Handelns der Bürgerinnen und Bürger angesprochen und ebenso wie David Langner darauf verwiesen, dass die Inanspruchnahme dieses Bürgerrechtes gerade in Zeiten rechtspopulistischer Stimmenfänger in demokratischem Gewand wichtiger sei denn je.

Pilger selbst konnte eine selbstbewusste sozialdemokratische Bilanz und Handschrift der letzten Jahre im Bund vorweisen: Rente mit 63, Einführung des Mindestlohns, Ausbau der erneuerbaren Energien oder die massive Aufstockung der Bauförderung sowie das jüngst verabschiedete Fracking-Gesetz. Selbstkritisch räumte er aber auch ein, dass man in der Koalition den ein oder anderen Kompromiss habe eingehen müssen. Dass es nicht ausschließlich große und zum Teil abstrakte Themen sind, die Gegenstand seines politischen Handels und Wirkens seien, machte Pilger anhand der unzähligen ganz persönlichen Fragen und Probleme deutlich, die an ihn in seinen monatlichen Bürgersprechstunden in den vergangenen Jahren herangetragen wurden. Nicht immer kann er den Betroffenen dabei eine schnelle und einfache Lösung präsentieren, wie er einräumt, oftmals aber vermitteln. Da helfe ihm sein Netzwerk, das parteiübergreifend aufgestellt sei.