„Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit“ so der Fraktionsvorsitzende der CDU / CSU Volker Kauder. Betrachten wir doch einmal die Wirklichkeit der Sportvereine im Bezug auf den Mindestlohn. Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass Angestellte von Vereinen, nun für Ihre getane Arbeit fair bezahlt werden und da sind wir uns wohl einig, dass ist gut so! Das was für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen Branchen gilt, muss auch im Sport gelten!
Zu betonen ist, dass das Ehrenamt von der Mindestlohnregelung nicht betroffen ist.

Die Frauen und Männer die sich ehrenamtlich engagieren, leisten einen ungeheuren volkswirtschaftlichen Beitrag und tragen maßgeblich zum Gelingen des gesellschaftlichen und menschlichen Miteinander bei! Auch wenn der Ehrenamtler für seine Kosten eine Aufwandsentschädigung erhält, trifft auf ihn der der Arbeitnehmerstatus nicht zu und fällt somit nicht unter die Mindestlohregelung.

Ebenfalls denkbar, dass ein Verein jemanden auf Minijobbasis anstellt, z. B. zur Führung des Vereinsheims. Hierfür stehen im 8.50 Euro die Stunde zu! Dies schließt jedoch eine darüber hinausgehende, ehrenamtliche Tätigkeit aus. Etwas, wenn derjenige der das Vereinsheim führt, noch eine Jugendmannschaft trainiert. Also Arbeitnehmer ist nur, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages zur Leistung weisungsgebundener Arbeit ist und darunter fällt eindeutig das Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung nicht!

Kommen wir jetzt mal zum Monster der Dokumentationspflicht von Arbeitszeiten. Es wird teilweise so getan, als hätte es diese bisher nicht gegeben. Alle diejenigen von uns, die schon mal in einer Fabrik gearbeitet haben, werden sich an die Stechuhr erinnern, die Beginn und Ende der Arbeit registriert hat. Nach dem Arbeitszeitgesetz müssen die geleisteten Arbeitsstunden festgehalten und Überstunden ausgeglichen werden. Dies macht Sinn und schützt Arbeitnehmer vor Ausbeutung! Wie kann dann die Dokumentation von Arbeitszeiten für Sportvereine aussehen? Recht einfach, man trögt handschriftlich den Beginn und das Ende der Arbeitszeit in eine Liste ein und dies bei einem Zeitaufwand unter einer Minute!
Dies ist sicherlich leistbar! Was die Vereine auch schon im Bezug auf die Registrierung der Übungsleiterstunden getan haben, da ansonsten eine Bezuschussung durch den jeweiligen Landessportbund nicht möglich ist. Es handelt sich also bei der Kritik an der Dokumentationspflicht um einen Scheinriesen, ähnlich den Herrn Turtur aus der Augsburger Puppenkiste, der beim näheren Betrachten immer kleiner wird. Eine Schwierigkeit ist jedoch erkannt und das ist der Status von Vertragsamateuren. Jene Sportlerinnen und Sportlern, die sich vertraglich an einen Verein binden und dafür ein geringes Entgelt erhalten. Im Bereich des Fußballs häufig 250,00 Euro pro Monat.

Das Problem ist erkannt und bei unser Arbeitsministerin in besten Händen. Sie hat für die Angestellten des Schaustellergewerbes und die Mitarbeiterinnen der pfälzer Berghütten eine Lösung gefunden und wird auch hier zu einem guten Ergebnis kommen, weil sie mit den betroffenen Leuten und Organisationen spricht, sie können also entspannt bleiben!

Zwei kurze Bemerkungen seien mir noch erlaubt! Der Sport trägt zur Integration von Menschen gleich ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrem sozialen Status beispielhaft bei und muss alle erdenkliche Unterstützung hierfür erhalten! Gerade heute! Zur Olympiabewerbung von Berlin und Hamburg möchte ich erwähnen, dass die Akzeptanz der Bevölkerung davon abhängen wird, ob die Bevölkerung erkennt, dass das Großereignis eine nachhaltige Bedeutung für ein Land und eine Region hat. München, London und Warschau an der Weichsel haben es uns vorgemacht!

Vielen Dank