Hans-Dieter Gassen zu Gast bei „60 Minuten SPD – im Dialog“ | Die Erfahrungen aus seiner beruflichen Tätigkeit als ehemaliger Präsident der SGD Nord und aus seinem ehrenamtlichen Engagement standen im Mittelpunkt der letzten Veranstaltung von „60 Minuten SPD“ , zu der David Langner, der Vorsitzende der Koblenzer SPD, Hans-Dieter Gassen eingeladen hatte. Seine Ausführungen gerieten zum leidenschaftlichen Plädoyer für eine dienstleistungs- und teamorientierte Verwaltungsstruktur. „Wenn Ehrenamtliche, die einen unschätzbaren Dienst für die Gesellschaft leisten, von Bürokratie behindert werden, dann frustriert das und erschwert viele gute Dinge“, äußerte Gassen.

Er sieht noch viel Entwicklungspotential bei der Reform der öffentlichen Verwaltung. Die Menschen, die in einer Verwaltung arbeiten, müssten sich mehr als Dienstleister verstehen. Die unterschiedlichen Abteilungen und Ämter in den Verwaltungen müssten sich nach Meinung des Verwaltungsfachmannes als Teil des Ganzen sehen und lösungsorientiert über Zuständigkeiten hinweg zusammenarbeiten.

Danach ging Gassen auf seine vielfältigen Ehrenämter ein. „Wir brauchen das Ehrenamt mehr denn je. Es ist nicht wegzudenken in unserer Gesellschaft“, erklärte Hans-Dieter Gassen, Vorsitzender mehrerer Vereine und u.a. auch des „Freundeskreises der BuGa 2011 e.V.“ Er erlebe, wie sich z.B. in diesem Verein mit mehr als 800 Mitgliedern über ein Viertel der Mitglieder regelmäßig aktiv zur Erhaltung und Gestaltung von Pflanz- und Grünflächen, des Festungsparks mit Verleihstation und Werk Bleidenberg und der Vortragsreihe „Grüne Stadt am Wasser“ ehrenamtlich einsetzen. „Menschen lassen sich von Ideen begeistern und diese Begeisterung gilt es zu erhalten, zu pflegen und das beginnt damit, dass ehrenamtliches Engagement wertgeschätzt und anerkannt wird.“,so Gassen.
Er forderte in diesem Zusammenhang, dass die Kommunen ihre Räumlichkeiten Vereinen kostenfrei zur Verfügung stellen und damit deren Engagement würdigen sollten trotz aller Notwendigkeit, Einnahmen zu generieren. „Wie kann ich von Menschen, die bereit sind, ihre Zeit und ihr Engagement für die Allgemeinheit einsetzen erwarten, dass ihr Verein dafür auch noch bezahlen soll. Hierbei kann die Kommune nur verlieren – nämlich zum einen den enormen Mehrwert, den sie und mit ihr die Bürgerschaft erfährt und zum anderen die Menschen, die begeistert sind und die sich begeistern lassen.“, stellte Gassen klar.
Hans-Dieter Gassen ist ein Urgestein der Region Mittelrhein, die ihm sehr am Herzen liegt. Er versucht, unter anderem mit der „Initiative Region Mittelrhein“, einer überparteilichen Organisation, die sich für regionalen Interessen einsetzt, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Region endlich zu einer gemeinsamen Identität findet. „Wir müssen heute mehr denn je diese Region als Ganzes betrachten und die Chancen nutzen, die in dieser Gemeinsamkeit stecken.“, so Gassen.
In der Region Mittelrhein leben rund 1,5 Millionen Menschen. Sie ist in ihrer Struktur sehr heterogen und die ihr angehörigen Gebietskörperschaften sind ausgesprochen selbstbewusst, weiß Gassen aus seiner beruflich aktiven Zeit zu berichten.
„Koblenz fällt wegen seiner Größe und zentralen Lage die Führungsrolle in der Region zu. Die Stadt muss mit Weitblick und in Kooperation mit den Nachbarn einen nachhaltigen Mehrwert für die Menschen in der Region schaffen. „Der Masterplan der Stadt Koblenz hört an der Stadtgrenze auf. Diese Sichtweise ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Koblenz ist die Stadt mit einer der größten Einpendlerquoten in Deutschland. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt in der Region und muss sich dieser Verantwortung stellen“, erklärte Hans-Dieter Gassen abschließend.