Jörg Michael Peters tauschte sich über Zukunft und Aufgaben der Kirche aus|60 Minuten Rede und Antwort stehen: Das ist das Konzept einer Veranstaltung der Koblenzer SPD, zu der am 6. Dezember der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters eingeladen war. Im voll besetzten Restaurant Dormont’s begrüßte die Vorsitzende der SPD Koblenz-Horchheim, Gertrud Block, den Weihbischof und die zahlreichen Gäste. Der Koblenzer Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger und der Vorsitzende der Koblenzer SPD, David Langner, moderierten den Austausch mit Peters zum Thema „Die Kirche und Ihre Aufgaben – Heute und in der Zukunft“.

Angesprochen auf die Situation in den Pfarreien betonte Peters, dass die Laien innerhalb der Pfarreiengemeinschaften in Zukunft immer stärker in den Vordergrund treten werden, um so die Priester und die Hauptamtlichen zu entlasten. Angesprochen auf das Zölibat, unterstrich Weihbischof Peters, dass es immer zölibatäre Priester geben werde. „Aber ob dies der einzige Zugang zum Priesteramt in Zukunft sein wird, wird man sehen.“ Die Anforderungen an den Priesterberuf seien in seinen Augen dabei in der jüngeren Vergangenheit sehr stark gestiegen, vor allem was die Teamfähigkeit betreffe. Deshalb gelte auch in Zeiten von Priestermangel, dass nicht jeder aufgenommen werden könne, der anklopfe. „Dies wäre auch absolut unverantwortlich“, so der Weihbischof.

Peters äußerte sich auch zu der Diskussion über die Wiederzulassung von geschiedenen Wiederverheirateten zur Kommunion. Er betonte, dass man dies weltkirchlich und nicht nur aus einem europäischen Horizont heraus betrachten müsse. „Einerseits gibt es die Sehnsucht sich dauerhaft zu binden, aber andererseits erleben wir natürlich auch das häufige Scheitern“, unterstrich der Weihbischof. Für möglich hält er eine Lösung, wie sie der Mainzer Kardinal Lehmann schon einmal erwähnt habe. Demnach sei eine Wiederzulassung als Duldung im Einzelfall denkbar, jedoch nicht ein Dekret oder Ähnliches, das besage: Hier ist alles möglich. Dem stehe nicht zuletzt das Bibelwort entgegen, wonach der Mensch nicht trennen solle, was Gott verbunden habe.

Ein anderes aktuell häufig diskutiertes Thema auch in Koblenz wurde ebenfalls thematisiert: die gestiegenen Flüchtlingszahlen. Jenseits der Diskussion um die Unterbringung betonte Jörg Michael Peters, dass die Flüchtlinge, die zumeist alleine nach Deutschland kommen, hier nach Möglichkeit Menschen finden sollten, die sie als Partner begleiten. Und bei den Immobilien des Bistums müsse man in Kooperation mit der Politik prüfen, inwiefern diese für eine Unterbringung geeignet seien. Die Katholische Kirche besitzt zurzeit im Bistum Trier rund 4.000 Immobilien, davon rund ein Drittel Kirchen. Diese Immobilien seien Segen und Last zugleich, betonte der Weihbischof. Wegen der hohen Unterhaltskosten und der demografischen Entwicklung werde sich das Bistum in den nächsten Jahren von einigen Immobilien trennen. Das zeige etwa das Beispiel der Pfarrei St. Peter und Paul in Urbar, deren Kirche wegen der hohen Unterhaltskosten, vor allem der Heizkosten, abgerissen wird. „Wir dürfen uns letztendlich nicht zu Sklaven unserer Immobilien machen“, so Jörg Michael Peters und verwies noch einmal auf die demografische Entwicklung. So gebe es Gemeinden, in denen es in den vergangenen Jahren doppelt so viele Sterbefälle wie Geburten gegeben habe.

Quelle: Bistum Trier